Ein Satz aus einer Antwort der Landesregierung bringt das Thema auf den Punkt: Bei einem Bestandsgebäude ist die Errichtung einer Luft-Wärmepumpe in Baden-Württemberg regelmäßig verfahrensfrei, es bedarf deshalb auch keiner vorsorglichen Prüfung durch eine Behörde.
Das klingt bequem und ist es auch. Es heißt aber zugleich: Niemand sieht sich vorher an, ob das Gerät sicher steht, ob das Kondensat weg kann und ob es nachts zu laut ist. Nachträgliche Auflagen bleiben möglich. Dieser Beitrag zeigt, worauf es beim Fundament für die Wärmepumpe ankommt, bevor jemand anders darauf schaut.
- Frostfrei gründen, im Regelfall ab etwa 80 Zentimetern Tiefe.
- Das Fundament darf die Hauswand nicht berühren.
- Kondensat muss versickern können, auch bei Frost.
- In Baden-Württemberg ist kein Grenzabstand nötig, der Lärmschutz kann aber einen fordern.
- Außerhalb des Baufensters braucht es eine eigene Zulassung.
- Die akustische Fachplanung wird mit 50 Prozent gefördert.
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Was das Baurecht in Baden-Württemberg sagt
Die Landesregierung hat diese Fragen 2024 im Landtag im Zusammenhang beantwortet. Drei Aussagen daraus sind für die Praxis entscheidend.
| Frage | Antwort der Landesregierung |
|---|---|
| Baugenehmigung nötig? | ✓ grundsätzlich verfahrensfrei |
| Abstand zur Grenze nötig? | ✓ bauordnungsrechtlich nein |
| Aufstellung in der Abstandsfläche? | ✓ zulässig |
| Außerhalb des Baufensters? | ✗ eigene Zulassung nötig |
| Standsicherheit und Lärmschutz? | ✗ gelten unverändert |
Die Begründung für den fehlenden Grenzabstand ist technisch: Wegen der im Regelfall geringen Wandhöhe und Wandfläche muss ein Außengerät keinen Abstand zu Grenzen einhalten und darf auch in Abstandsflächen stehen. Zu den Regeln der Landesbauordnung insgesamt haben wir einen eigenen Beitrag zur LBO Baden-Württemberg.
Setzt der Bebauungsplan eine überbaubare Fläche fest und soll das Gerät außerhalb davon stehen, ist das nach der Baunutzungsverordnung zwar möglich, verlangt aber im Einzelfall eine behördliche Zulassungsentscheidung. Sie ergeht isoliert auf Antrag, eine vollständige Baugenehmigung braucht es nicht. Genau dieser Antrag ist der Grund, warum manche Vorhaben Monate liegen. Klären Sie ihn, bevor Sie das Fundament gießen.
Warum das Fundament für die Wärmepumpe kein Detail ist
Auch eine verfahrensfreie Anlage muss den allgemeinen Vorgaben der Landesbauordnung genügen. Die Landesregierung nennt ausdrücklich drei: Sie muss standsicher sein, sie muss verkehrssicher sein, und sie darf nicht verunstalten.
Die Standsicherheit ist damit keine Empfehlung des Herstellers, sondern eine baurechtliche Pflicht. Ein Gerät, das auf zwei losen Gehwegplatten im Rasen kippelt, erfüllt sie nicht.
Vier Arten, ein Außengerät zu gründen
| Art | Wofür geeignet | Aufwand |
|---|---|---|
| Zwei Punktfundamente | leichte Split-Außeneinheiten | gering |
| Zwei Streifenfundamente | der Regelfall, auch für schwere Geräte | mittel |
| Durchgehende Platte | sehr schwere Geräte, weicher Boden | hoch |
| Fertigkonsole auf Schotterbett | schnelle Montage, begrenzte Last | gering |
Die Wandkonsole fehlt in dieser Liste mit Absicht. Sie überträgt die Schwingungen des Verdichters direkt in das Mauerwerk, und zwar genau dort, wo dahinter meist ein Wohnraum liegt. Für ein Außengerät mit Verdichter ist sie die schlechteste aller Lösungen.
- grober Kies, gut verdichtet
- nimmt das Kondensat auf
- reicht tiefer als das Fundament
- zwei Streifen oder Punkte
- waagerecht und eben
- ohne Kontakt zur Hauswand
- Gummi-Metall unter jedem Fuß
- passend zur Gerätemasse
- nicht einfach Gummimatte
- Abstand zur Wand einhalten
- nicht in eine Ecke stellen
- Ausblas frei nach vorn
Frostfrei gründen
Hebt Frost den Boden an, hebt er auch das Fundament, und zwar ungleichmäßig. Das Gerät steht danach schief, die Leitungen verspannen sich, und die Verschraubungen lockern sich.
In Deutschland wird im Regelfall mit einer Frosttiefe von etwa 80 Zentimetern gearbeitet. In Höhenlagen liegt sie tiefer. Für die Schwäbische Alb und den Schwarzwald sollten Sie mit mehr rechnen und im Zweifel beim Bauamt oder beim Statiker nachfragen, statt die Faustregel zu übernehmen.
Darunter gehört ein verdichtetes Polster aus Schotter oder grobem Kies. Es trägt und es leitet gleichzeitig Wasser ab. Beides wird gebraucht.
Das Kondensat ist der häufigste Planungsfehler
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme. Dabei fällt Wasser aus, und beim Abtauen des Verdampfers kommt weiteres hinzu. An kalten, feuchten Tagen sind das mehrere Liter täglich.
Kann das Wasser nicht weg, friert es im Ablauf fest. Dann staut es sich in die Bodenwanne des Geräts zurück und beschädigt sie. Gleichzeitig entsteht vor dem Gerät eine Eisfläche. Läuft sie auf einen Gehweg oder auf das Nachbargrundstück, haften Sie dafür. Die Sickerpackung muss deshalb unter die Frostgrenze reichen, nicht nur bis zum Fundament.
Praktisch bewährt hat sich eine Kiespackung direkt unter dem Gerät, mindestens so tief wie die Gründung, mit grobem Material und ohne Feinanteil. Wo der Boden schlecht versickert, braucht es stattdessen eine Leitung zu einem Schacht oder in die Grundleitung. Diese Leitung gehört beheizt oder frostfrei verlegt.
Körperschall und Luftschall trennen
Das sind zwei verschiedene Probleme, und sie brauchen verschiedene Lösungen.
Körperschall wandert über feste Verbindungen. Deshalb darf das Fundament die Hauswand nicht berühren, und deshalb gehören unter jeden Gerätefuß Dämpfer, die zur Masse des Geräts passen. Eine beliebige Gummimatte ist kein Dämpfer. Auch die Rohrleitungen gehören mit Bögen oder flexiblen Stücken angeschlossen, nicht stramm gezogen.
Luftschall breitet sich über die Luft aus. Hier helfen Abstand, Ausrichtung und ein leises Gerät. Zur Nachbarschaft hin gilt die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm: im allgemeinen Wohngebiet nachts 40 Dezibel, im reinen Wohngebiet 35. Gemessen wird am Fenster des Nachbarn, nicht am Gerät.
Die Aufstellung entscheidet über den Schall
Jede harte Fläche in der Nähe wirft Schall zurück. Der Boden tut das immer. Kommt eine Wand dicht dahinter, kommt eine zweite Reflexion dazu. In einer Ecke zwischen zwei Wänden addieren sich die Flächen, und aus einem leisen Gerät wird ein hörbares.
- Nicht in Innenecken und nicht in Nischen stellen.
- Abstand zur Hauswand einhalten, die Angabe des Herstellers ist das Minimum, nicht das Ziel.
- Nicht auf das Schlafzimmerfenster des Nachbarn ausrichten, weder eigenes noch fremdes.
- Nicht so aufstellen, dass die ausgeblasene kalte Luft wieder angesaugt wird.
- Den Nachtbetrieb des Geräts von Anfang an einplanen und einstellen.
Ein Punkt, der selten genannt wird: Die akustische Fachplanung ist förderfähig. Die Förderrichtlinie nennt sie ausdrücklich im Zusammenhang mit dem Leitfaden der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz für stationäre Geräte. Der Fördersatz für Fachplanung und Baubegleitung beträgt 50 Prozent.
Propan verändert den Aufstellort
Immer mehr Geräte arbeiten mit Propan als Kältemittel. Das ist gut für die Umweltbilanz und verlangt am Aufstellort zusätzliche Rücksicht.
Propan ist schwerer als Luft. Tritt es aus, sinkt es zu Boden und sammelt sich in Vertiefungen. Rund um das Gerät gilt deshalb ein Schutzbereich, in dem keine Öffnungen zu tiefer liegenden Räumen liegen dürfen: keine Lichtschächte, keine Kellerfenster, keine offene Kellertreppe und kein Gully, der in einen Raum führt.
Das ist bei der Wahl des Fundamentorts früh zu klären, weil sich ein gegossenes Fundament nicht verschieben lässt. Mehr zum Kältemittel in unserem Beitrag zu R290.
Leitungen und Durchführung
Zwischen Gerät und Haus laufen je nach Bauart zwei gedämmte Wasserleitungen oder zwei Kältemittelleitungen, dazu Strom und Steuerleitung.
Legen Sie ein Leerrohr mit Reserve, und führen Sie es mit Gefälle vom Haus weg. So kommt kein Wasser an der Leitung entlang ins Gebäude. Die Durchführung gehört luftdicht und schlagregendicht geschlossen, sonst entsteht genau dort eine Wärmebrücke mit Kondensat.
Bei einem Monoblock laufen Heizungswasser oder ein Gemisch mit Frostschutz nach draußen. Dann ist die Frage, was bei Stromausfall im Winter passiert, keine akademische. Lassen Sie sich den Frostschutz des Außenkreises erklären, bevor Sie unterschreiben.
Was das Fundament für die Wärmepumpe kostet
| Posten | Spanne |
|---|---|
| Aushub und Schotterpolster | 400 – 900 € |
| Zwei Streifenfundamente in Ortbeton | 600 – 1.500 € |
| Fertigkonsole mit Dämpfern | 300 – 900 € |
| Sickerpackung und Kondensatführung | 200 – 700 € |
| Wanddurchführung und Leerrohr | 200 – 500 € |
| Akustische Fachplanung | 400 – 1.200 €, davon 50 % Zuschuss |
Diese Posten zählen zu den Umfeldmaßnahmen und sind damit Teil der förderfähigen Ausgaben für den Heizungstausch. Die Höchstgrenze liegt bei 28.000 Euro für die erste Wohneinheit und sinkt ab Februar 2027 halbjährlich.
Fünf Fehler, die später auffallen
Sie tauchen in fast jeder Mängelliste auf.
Erstens das Fundament direkt an der Hauswand. Zweitens eine zu flache Gründung, die im zweiten Winter arbeitet. Drittens Kondensat, das nicht versickern kann. Viertens das Gerät in einer Ecke zwischen zwei Wänden. Fünftens der Verzicht auf Dämpfer, weil das Gerät ja ohnehin schwer ist.
Alle fünf sind billig zu vermeiden und teuer zu beheben, weil die Anlage dafür abgebaut werden muss.
Wer dabei unterstützt
Der Aufstellort entscheidet über Effizienz, Lautstärke und Nachbarschaftsfrieden gleichzeitig. Diese drei Fragen werden selten zusammen gestellt.
Wir legen den Aufstellort fest, rechnen die Heizlast und klären, ob eine Zulassung außerhalb des Baufensters nötig ist. Für Erdarbeiten und Statik arbeiten wir mit Garnisch + Werndle zusammen, für Zuleitung und Zählerplatz mit GREENOX Dürr Elektrotechnik.
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Häufige Fragen
Recht und Abstände
Technik und Ausführung
Wo das Außengerät steht, entscheidet über Effizienz, Lautstärke und Nachbarschaftsfrieden zugleich. Wir sehen uns das Grundstück an, prüfen Baufenster und Schutzbereich und legen Fundament, Kondensatführung und Leitungsweg fest, bevor gebaut wird.

