Zur Stromheizung gibt es seit Juli 2026 eine gesetzliche Regel, die kaum jemand kennt, und sie steht nicht dort, wo man sie sucht. § 46 des Gebäudemodernisierungsgesetzes erlaubt den Einbau einer Stromdirektheizung in ein bestehendes Gebäude mit Wohnungen nur dann, wenn das Gebäude den geforderten baulichen Wärmeschutz um mindestens 30 Prozent unterschreitet.
Das ist eine hohe Hürde. Gemeint ist nicht ein guter Altbau, sondern ein Gebäude, das deutlich besser dämmt als ein heutiger Neubau. Zwei Ausnahmen gibt es, und eine davon betrifft die meisten unserer Kunden. Dieser Beitrag erklärt die Regel, die Kosten und die wenigen Fälle, in denen eine Stromheizung wirklich sinnvoll ist.
- Jede Direktheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom genau eine Kilowattstunde Wärme.
- Strom kostet im Haushalt rund dreimal so viel wie Gas.
- Eine Wärmepumpe holt aus derselben Kilowattstunde das Drei- bis Vierfache.
- Im Bestand ist der Einbau seit Juli 2026 an eine Bedingung geknüpft.
- Selbst bewohnte Häuser mit höchstens zwei Wohnungen sind davon ausgenommen.
- Eine Bundesförderung für Direktheizungen gibt es nicht.
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Was zur Stromheizung zählt
Der Begriff fasst sehr verschiedene Geräte zusammen. Gemeinsam ist ihnen nur der Energieträger.
| Art | Prinzip | Direktheizung |
|---|---|---|
| Konvektor, Direktheizkörper | Draht erwärmt Luft | ✓ ja |
| Infrarotpaneel | Fläche gibt Strahlung ab | ✓ ja |
| Elektrische Fußbodenheizung | Heizmatte im Estrich | ✓ ja |
| Nachtspeicherofen | lädt nachts, gibt tagsüber ab | ~ speichernd |
| Heizlüfter | Draht plus Ventilator | ✓ ja |
| Wärmepumpe | holt Wärme aus der Umgebung | ✗ nein |
Die letzte Zeile ist der Grund, warum der Sammelbegriff in die Irre führt. Auch eine Wärmepumpe läuft mit Strom. Sie wandelt ihn aber nicht in Wärme um, sondern nutzt ihn, um vorhandene Wärme aus Luft oder Erdreich anzuheben. Das macht den ganzen Unterschied.
Die Grenze, die niemand überschreiten kann
Ein elektrischer Heizdraht setzt den Strom vollständig in Wärme um. Das sind hundert Prozent, und mehr ist physikalisch nicht möglich.
Deshalb sind alle Direktheizungen untereinander gleich effizient. Ein Infrarotpaneel für 900 Euro ist aus demselben Strom nicht wärmer als ein Heizlüfter für 30 Euro. Wer etwas anderes verspricht, verkauft Ihnen Physik, die es nicht gibt.
Richtig ist: Strahlungswärme wirkt direkt auf Körper und Flächen, nicht erst über die Luft. Dadurch kann sich ein Raum bei etwas niedrigerer Lufttemperatur gleich warm anfühlen. Dieser Effekt ist real, aber klein, und er wirkt nur, solange Sie im Strahlungsfeld sitzen. Er macht aus einer Heizung mit hundert Prozent Wirkungsgrad keine mit hundertfünfzig. Die beworbenen Einsparungen von dreißig oder vierzig Prozent gegenüber anderen Elektroheizungen sind nicht belegbar.
Die neue Regel in § 46
Der Paragraf trägt die Überschrift „Einbau einer Stromdirektheizung” und ist kurz genug, um ihn ganz zu lesen.
Absatz 1 sagt: Eine Stromdirektheizung darf in ein bestehendes Gebäude mit Wohnungen nur eingebaut werden, wenn das Gebäude die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz um mindestens 30 Prozent unterschreitet. Maßstab ist der Transmissionswärmeverlust, den ein heutiger Neubau einhalten müsste.
Satz 2 desselben Absatzes nimmt davon aus: ein Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt. Absatz 2 nimmt zusätzlich den Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung aus.
- Eigentümer wohnt in einer davon
- die Bedingung gilt nicht
- Einbau ohne Nachweis möglich
- Bedingung greift voll
- 30 Prozent besser als gefordert
- im Bestand selten erreichbar
- bestehende Einzelraumheizung
- ausdrücklich ausgenommen
- Bedingung gilt nicht
- § 46 gilt für den Bestand
- im Neubau zählt die Gesamtbilanz
- Direktheizung dort kaum darstellbar
Was eine Stromheizung im Betrieb kostet
Hier entscheidet sich alles. Zugrunde gelegt sind die aktuellen Durchschnittspreise des Branchenverbands: rund 37 Cent je Kilowattstunde Strom im Haushalt und rund 12 Cent je Kilowattstunde Gas im Einfamilienhaus.
| Wärmeerzeuger | Aus 1 kWh Strom oder Gas | Kosten je kWh Wärme |
|---|---|---|
| Stromdirektheizung | 1,0 kWh Wärme | rund 37 ct |
| Wärmepumpe, Jahresarbeitszahl 3,0 | 3,0 kWh Wärme | rund 12 ct |
| Wärmepumpe, Jahresarbeitszahl 4,0 | 4,0 kWh Wärme | rund 9 ct |
| Gas-Brennwert, 95 Prozent | 0,95 kWh Wärme | rund 13 ct |
Ein Haus mit 10.000 Kilowattstunden Wärmebedarf im Jahr kostet damit grob gerechnet 3.700 Euro mit Direktheizung, rund 1.250 Euro mit Gas und zwischen 900 und 1.250 Euro mit einer Wärmepumpe. Mit einem eigenen Zähler und einem Wärmepumpentarif sinkt der letzte Wert weiter. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Wärmepumpentarif.
Der Faktor drei zwischen Strom und Gas ist keine Momentaufnahme. Er ergibt sich aus Netzentgelten, Steuern und Abgaben, die beim Strom deutlich höher liegen. Rechnen Sie deshalb nicht damit, dass er sich kurzfristig auflöst.
Billig in der Anschaffung, teuer im Betrieb
Die niedrige Anschaffung ist das Hauptargument für eine Stromheizung, und es stimmt.
| System | Anschaffung | Betrieb je Jahr bei 10.000 kWh |
|---|---|---|
| Infrarot oder Konvektoren | 2.000 – 6.000 € | rund 3.700 € |
| Gas-Brennwert | 9.000 – 15.000 € | rund 1.250 € |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | 27.000 – 40.000 € | rund 900 – 1.250 € |
Die Differenz von rund 2.500 Euro im Jahr gegenüber der Wärmepumpe frisst den Anschaffungsvorteil in etwa zehn Jahren auf, die Förderung noch nicht eingerechnet. Mit Förderung geht es deutlich schneller.
Förderung: es gibt keine
Diese Absage fehlt in vielen Angeboten, kostet aber Geld, wenn man sich darauf verlässt.
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude kennt eine abschließende Liste förderfähiger Wärmeerzeuger. Elektrische Direktheizungen stehen nicht darauf. Weder Infrarotpaneele noch Konvektoren noch eine elektrische Fußbodenheizung werden bezuschusst. Für einen neuen Nachtspeicherofen gilt dasselbe.
Förderfähig ist dagegen der Weg aus der Stromheizung heraus. Wer einen Nachtspeicher gegen eine Wärmepumpe tauscht, bekommt die Grundförderung von 30 Prozent und zusätzlich den Bonus für das Tempo beim Austausch. Mehr dazu im Beitrag zur Nachtspeicherheizung.
Wann eine Stromheizung trotzdem richtig ist
Es gibt diese Fälle, sie sind nur enger, als die Werbung nahelegt.
- Räume, die selten genutzt werden: Gästezimmer, Hobbyraum, Werkstatt, Gartenhaus.
- Sehr kleiner Bedarf, etwa ein einzelner gut gedämmter Raum im Anbau.
- Zusatzheizung im Bad für zwanzig Minuten am Morgen.
- Übergangszeit, wenn die Hauptheizung dafür extra anspringen müsste.
- Reserve für den Ausfall, etwa ein Heizlüfter im Schrank.
Allen Fällen gemeinsam ist: wenig Stunden im Jahr. Sobald ein Raum dauerhaft beheizt wird, kippt die Rechnung. Die Frage lautet deshalb nicht, ob eine Stromheizung funktioniert, sondern wie viele Stunden sie läuft.
Rechnen Sie die erwarteten Betriebsstunden mal die Leistung in Kilowatt mal 0,37 Euro. Kommt dabei mehr heraus als ein paar hundert Euro im Jahr, lohnt sich die Suche nach einer anderen Lösung. Ein Paneel mit 600 Watt, das täglich vier Stunden im Winterhalbjahr läuft, kostet rund 160 Euro Strom. Dasselbe Paneel im Dauerbetrieb kostet das Zehnfache.
Macht eigene Solarenergie den Unterschied?
Das ist das beliebteste Gegenargument, und es trägt nur zum Teil.
Eine Solaranlage liefert im Sommer viel und im Winter wenig. Geheizt wird aber im Winter. In Süddeutschland fallen im Dezember und Januar je nach Anlage nur wenige Prozent des Jahresertrags an, und die genau dann, wenn der Bedarf am höchsten ist.
Ein Speicher verschiebt Strom über Stunden, nicht über Monate. Er hilft am Abend, nicht im Januar. Eine Stromheizung wird durch eine Solaranlage also günstiger, aber nicht billig. Mehr zur Auslegung im Beitrag zum Stromspeicher.
Zähler, Tarif und Netzanschluss
Eine Stromheizung zieht Leistung, und zwar gleichzeitig mit allen anderen im Haus.
Ein Paneel mit 600 Watt fällt nicht auf. Zehn davon sind sechs Kilowatt, und dazu kommen Herd, Durchlauferhitzer und Auto. Spätestens dann ist der Hausanschluss ein Thema. Lassen Sie den Zählerplatz vor dem Kauf ansehen, nicht danach.
Für Wärmepumpen und andere steuerbare Geräte gibt es gesonderte Netzentgelte und einen eigenen Zählerpunkt. Für gewöhnliche Direktheizungen gilt das nicht, sie laufen über den Haushaltstarif. Zu den Varianten mehr in unserem Beitrag zur Heizstromanlage.
Der Weg aus einer bestehenden Stromheizung
Viele Häuser in der Region werden noch elektrisch beheizt, meist mit Nachtspeicheröfen aus den siebziger Jahren. Der Umstieg lohnt fast immer, verlangt aber eine Reihenfolge.
- Heizlast rechnen lassen, nicht nach Quadratmetern schätzen.
- Prüfen, ob Wasserleitungen für Heizkörper überhaupt vorhanden sind. Oft fehlen sie komplett.
- Die Hülle zuerst ansehen: Jede eingesparte Kilowattstunde muss nicht erzeugt werden.
- Förderung prüfen, der Bonus für das Tempo beim Austausch nennt Nachtspeicher ausdrücklich.
- Elektroinstallation und Zählerplatz mitdenken.
Der zweite Punkt ist der teuerste. Ein Haus ohne Heizungsrohre braucht ein komplettes Verteilnetz, und das verändert die Rechnung deutlich. Genau deshalb gehört die Heizlastberechnung an den Anfang.
Wer dabei unterstützt
Bei der Stromheizung treffen Bauphysik, Elektrotechnik und Förderrecht aufeinander. Die Entscheidung fällt selten am Gerät, fast immer an der Betriebsstundenzahl und am Zustand des Hauses.
Wir rechnen den Bedarf, ordnen die rechtliche Lage ein und vergleichen die Varianten über die Nutzungsdauer. Für Zählerplatz, Zuleitung und Installation arbeiten wir mit Elektro Zepf und GREENOX Dürr Elektrotechnik zusammen.
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Häufige Fragen
Recht und Förderung
Technik und Kosten
Eine Stromheizung ist für wenige Stunden im Jahr eine gute Lösung und für den Dauerbetrieb eine teure. Wir rechnen Ihren Bedarf, ordnen die rechtliche Lage ein und vergleichen die Varianten über die gesamte Nutzungsdauer.

